Diphtherie

Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die sowohl die oberen Atemwege als auch die Haut betreffen kann. Anfängliche Symptome sind Halsschmerzen, Husten und Anschwellen der Lymphknoten. Darüber hinaus bilden sich in Nase, Rachen und in der Luftröhre fest haftende Belege, welche zu Atemnot führen können. Eine Erstickungsgefahr ist bei einem schlimmen Verlauf der Erkrankung nicht auszuschließen. Außerdem ist ein süßlich-fauliger Mundgeruch, der durch ein weißlich-gelblichen Belag auf den Mandeln ausgelöst wird, typisch für eine Diphtherie-Erkrankung. Die Bakterien sondern außerdem Gift ab, welche weitere Organe beschädigen können, wodurch beispielsweise Pneumonien (Lungenentzündungen) oder eine Karditis (Herzentzündung) entstehen können.  

Die Übertragung findet über Tröpfcheninfektion statt, das bedeutet es wird durch Husten, Niesen oder Sprechen von Mensch zu Mensch übertragen. Die Bakterien können außerdem die Haut befallen, diese Infektion kann mit schmierig belegten Hautstellen und Wunden einhergehen. Das Bakterium gelang durch offene Wunden in die Haut und kann dort auch Geschwüre hervorrufen, diese nennt man dann Haut- oder Wunddiphtherie. Besonders gefährlich ist es, dass noch vor Ausbruch der ersten Diphtherie-Symptome die Träger des Bakteriums ansteckend sind.

In Deutschland besteht eine Meldepflicht für Diphtherie. Sowohl der Verdacht als auch die tatsächliche Erkrankung und der Tod durch eine Diphtherie-Infektion müssen vom Arzt dem Gesundheitsministerium mit dem Namen des Betroffenen gemeldet werden. Durch die hohe Impfquote konnte die Verbreitung von Diphtherie stark eingegrenzt werden, im Jahr 2018 wurden in Deutschland nur noch 27 Fälle gemeldet. Die Krankheit ist jedoch nicht, wie beispielsweise Pocken, ausgerottet.

Um die Verbreitung von Diphtherie weiterhin einzugrenzen, empfiehlt die STIKO eine Diphtherie-Impfung. Die Diphtherie-Impfung wird meist in einer Sechsfachimpfung angeboten. Bei dieser Impfung sind außerdem noch Tetanus, Pertussis, Polio, Hib und Hepatitis B abgedeckt. Hier empfiehlt die STIKO ein 2+1 Impf-Schema im Alter von 2,4 und 11 Monaten. Die Impfung sollte mit fünf bis sechs Jahren und im Alter von neun bis 17 Jahren nochmals verabreicht werden. Nach einer erfolgreichen Grundimmunisierung muss der Impfschutz gegen Diphtherie alle zehn Jahre aufgefrischt werden, da der Impfschutz mit der Zeit nachlässt.

In der Regel ist der Impfstoff gut verträglich, durch die Impfung wird das Immunsystem angeregt und es kann zu leichten allgemeinen Nebenwirkungen kommen. Die häufig beobachtete Nebenwirkung ist eine Rötung und Schwellung der Einstichstelle, welche schmerzen kann. Gelegentlich schwellen Lymphknoten in der Nähe ebenfalls an, ebenso können Allgemeinsymptome wie Frösteln, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Diese Nebenwirkungen klingen nach einigen Tagen folgenlos ab.

Diphtherie ist in anderen Ländern noch weit verbreitet, vor allem im östlichen Mittelmeerraum. Nicht geimpfte Personen, die in betroffene Länder reisen, setzten sich einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus. Sollte man sich auf seiner Reise mit dem Diphtheriebakterium angesteckt haben, kann man nach seiner Rückkehr nach Deutschland unbemerkt weitere Menschen anstecken, da die Personen schon vor dem Auftreten erster Symptome ansteckend sind.

Die Impfung wird von einem Kinderarzt oder Kinderärztin durchgeführt, dieser legt auch den geeigneten Impftermin fest. Viele Impfungen können im Rahmen der U-Untersuchung gegeben werden.  

Zusammenfassung:

Inkubationszeit: Meist 2-5 Tage

Symptome: Häufige Symptome sind Halsschmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden und Schwächegefühl. Später können noch Heiserkeit, Anschwellen der Rachen- und Kehlkopfschleimhaut hinzukommen. Bei schwerem Verlauf kann es auch zu Atmen Problemen bis hin zur Erstickung kommen. Gelangt das Toxin des Bakteriums in den Blutstrom, kann es Schäden an Herz, Lunge sowie Nieren verursachen.

Behandlung: Verabreichung eines Gegengiftes und von Antibiotika.

Erreger: Bakterium (Corynebacterium diphtheriae)

Infektionsweg: Tröpfcheninfektion, eher seltener Kontaktinfektion.

Lernmaterial:

Quellen:

Ommen, Oliver (o.J.): Diphtherie-Impfung bei Kindern URL: https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/diphtherie.html, Aufruf am 15.07.2020

Matzik, Sophie (2020): Diphtherie- Impfung URL: https://www.netdoktor.de/krankheiten/diphtherie/impfung/, Aufruf am 15.07.2020

Matzik, Sophie (2019): Diphtherie URL: https://www.netdoktor.de/krankheiten/diphtherie/, Aufruf am 15.07.2020